2012 - Der Filmkommentar - II    

Roland Emmerichs Blockbuster-Film lockt Millionen von Menschen in die Kinos. Manche Kritiker mäkeln:

»Das ist doch alles übertrieben!«

Wirklich? In Roland Emmerichs Film »2012« bricht der Supervulkan im Yellowstone Nationalpark aus.. mit verheerenden Folgen? Übertrieben? Was ist dran an »2012« von Roland Emmerich? Mehr als uns lieb sein kann!

Vor rund fünfzig Jahren suchte der Vulkanologe Robert Christiansen aus Kalifornien im Yellowstone Nationalpark nach Hinweisen auf einen Vulkan. Irgendwo musste es die Reste eines Vulkankraters geben.  Rund 10 000 heiße Quellen und Geysire – wie der weltberühmte »Old Faithfull« –  wiesen ganz eindeutig auf Vulkanismus hin. Erst als Robert Christiansen Satellitenbilder von der amerikanischen  Raumfahrtbehörde NASA zur Verfügung gestellt bekam, fand er eine erschreckende Bestätigung. Der gesamte Yellowstone Nationalpark liegt auf einer gigantischen unterirdischen Magmablase. Sie ist mindestens dreißig mal siebzig Kilometer groß!

 

Vor zwei Jahren, am 9. November 2007, warnte »Welt online«: »Noch schlummert der Supervulkan im Yellowstone-Nationalpark im US-Staat Wyoming. Doch seine Unruhe nimmt zu.« Und Hank Heasler, Park Geologe, sagt knallhart: »Die Frage ist nicht, ob er ausbrechen wird, sondern wann.«

Fakt ist: Vor 2,1 Millionen Jahren spie der Supervulkan – das ist die offizielle wissenschaftliche Bezeichnung für den Monstervulkan – 2450 Kubikkilometer Magma aus. Vor 1,3 Millionen Jahren waren es »nur« 280 Kubikkilometer. Vor 640 000 Jahren kam es zur bislang letzten gewaltigen Entladung: 1 000 Kubikkilometer. Zum Vergleich: Der gewaltigste Vulkanausbruch der jüngsten Vergangenheit war der von 1815 in Indonesien. Der »Tambora« schleuderte 50 Kubikkilometer glühende Magma in die Luft... nur! Denn der Supervulkan vom Yellowstonepark schleuderte vor 2,1 Millionen Jahren rund 50 Mal so viel Masse in die Luft!

Zum Vergleich: Der »Tambora« von 1815 hatte nach der VEI-Skala eine Stärke von etwa 7. Ein Supervulkan ähnlicher Art riss vor etwa 75 000 Jahren bei seinem explosiven Ausbruch auf der nördlichen Insel Sumatra im indischen Ozean eine gewaltige Wunde in Mutter Erde. 2300 Kubikkilometer Glutmaterial wurden aus der Hölle in den Himmel geschleudert. Die Durchschnittstemperatur sank weltweit um 15 Grad. Fast wäre die Menschheit ausgestorben. Vor 75 000 Jahren hätte es beinahe eine totale Apokalypse gegeben... das Ende der Menschheit! Der nächste Ausbruch des Supervulkans vom Yellowstone Nationalpark kann 100 oder 100 Mal so stark ausfallen. Und der nächste Ausbruch des Vulkanmonsters ist längst überfällig!

Die reale Apokalypse kann noch sehr viel schlimmer ausfallen als die spannend-gruselige, perfekt inszenierte Vision Roland Emmerichs!

Wie gefährlich sind Vulkane wirklich?

Rezension: Bestsellerautor Walter-Jörg Langbein über Roland Emmerichs »2012«

Buchcover: 2012 - Endzeit und Neuanfang von Walter-Jörg Langbein
 
Die Erde ist immer in Bewegung ....  
©Foto: Oskar Günther   . 
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2012 - Endzeit und Neuanfang: Die Botschaft der Mayas

von Walter-Jörg Langbein / Gebundene Ausgabe: 256 Seiten / Verlag: Herbig / Auflage: 1 (18. Juni 2009) / Sprache: Deutsch / ISBN-10: 3776626186 / ISBN-13: 978-3776626186